Donnerstag, 14. Dezember 2017
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Niederaudorf – Verantwortung für Fauna und Flora

Niederaudorf - nachhaltiger Schutz für viele seltene Arten

Im Gemeindegebiet von Niederaudorf ist nahezu das gesamte Alpine Mesozoikum aufgeschlossen. Dies zusammen mit einem klimatisch wärmebegünstigten Standort im Inntal fördert an den exponierten Hängen zwischen Sudelfeld und Wildbarren eine submediterrane, thermophile Vegetation, wie sie in dieser Ausdehnung für die Bayerischen Alpen außergewöhnlich ist.

Daher ist die Pflege der extensiv beweideten Bestände von besonderer überregionaler Bedeutung. Auch die hohe Artenvielfalt an Heuschrecken, Käfern und Schmetterlingen belegt die seltene thermophile Pflanzen- und Tiergesellschaft.

Für den nördlichen Alpenraum sind hier in außergewöhnlicher Bestandsdichte seltene Pflanzen zu finden: Herbst-Drehwurz (Spiranthes spiralis) und das Vorkommen der Feuer-Lilie (Lilium bulbiferum ) an den Südhängen des Wildbarrens gelten als Verbreitungsschwerpunkt in den Bayerischen Alpen. Die Wildbarrenseite des Sudelfeldes mit dem Bichlerseegebiet gehört auch zu den wichtigsten Rosen-Diversitätszentren der Alpen. Hier wurde die Samtrose (Rosa sherardii) erstmals für die Bayerischen Alpen nachgewiesen.

Der Alpenbock (Rosalia alpina) und große Bestände von Türkenbund-Lilien (Lilium martagon) sind Anzeiger für eine extensive Laubwaldnutzung. Und auch das Hochmoor „Arzmoos“ im Almgebiet ist wegen seiner überregional bedeutsamen Qualität ein besonderes Kleinod Niederaudorfs. Besondere Aufmerksamkeit erhält seit 25 Jahren das Kalkflachmoor in den Talauen unterhalb des Wildbarrens. Dieses Niedermoor beherbergt zahlreiche vom Aussterben bedrohte Orchideen, unter anderem das Sumpf-Glanzkraut/Glanzstendel (Liparis loeselii) und die Honigorchis/Einknolle (Herminium monorchis) und wird seit über 25 Jahren als letzter Naßwiesen- und Niedermoorrest im Oberen Inntal in freiwilliger Arbeit von 30 Bürgern aus Niederaudorf und dem gesamten Inntal sorgsam gepflegt.

Seit 30 Jahren sind Bürger aus Niederaudorf und den angrenzenden Gemeinden auch alljährlich bemüht, die Erdkrötenpopulation an den östlichen Hängen des Wildbarrens zu erhalten.

Im Rahmen des Wettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft - unser Dorf soll schöner werden“ konnte das breite öffentliche Interesse auch für den nachhaltigen Schutz der heimischen Fauna und Flora geweckt werden:

Niederaudorf zeigt Verantwortung für Faun und FloraUm ein Zusammenbrechen der Kröten-Population zu verhindern, wurde mit Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger schon in diesem Sommer ein Ersatzlaichgewässer gefunden, die Baumaßnahme beantragt und bereits genehmigt.

Auch bot die Aufgabenstellung des Arbeitskreises „Dorf in der Landschaft“ ein Forum für intensive Diskussion und Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz zum Erhalt unserer artenreichen Kulturlandschaft.

So sollen in nächster Zukunft durch Mahdverzicht, Ausgleichsmaßnahmen und durch die Bereitstellung von Überschwemmungsflächen ökologisch wertvolle Kleinflächen für eine stärkere Vernetzung der Biotope im Inntal gewonnen werden.

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